Die Klebebandauswahl

Die Klebebandauswahl ist abhängig von:

  • Dem zu schützenden Untergrund (z.B. Haftung am Untergrund und Tragfähig­keit des Untergrundes, chemischen und mechanischen Einflüssen, glatt, rau, strukturiert)
  • Der vorgesehenen Einsatzdauer
  • Der vorgesehenen Bearbeitung (z.B. Beschichtungen, Verputzen etc.)
  • Umweltfaktoren (z.B. Innenanwendung, Außenanwendung, Temperaturen, Son­neneinstrahlung UV, Witterung etc.)
Verklebebedingungen

Um eine gute Verklebung zu gewährleis­ten sollte der Untergrund trocken, staub- sowie fettfrei sein.

Klebebänder sollten in einem Temperatur­bereich von +5°C bis +40°C verarbeitet werden. Im Allgemeinen gilt, dass bei steigenden Temperaturen die Klebrigkeit steigt und die Klebkraft abnimmt. Bei fal­lenden Temperaturen geht die Klebrigkeit zurück und die Klebkraft steigt, allerdings nur im Bereich mittlerer Temperaturen von ca. 18°C bis 25°C.

Zu kalte oder zu warme Klebebandrollen sollten von daher vor Ihrer Verarbeitung an eine normale Umgebungstemperatur (optimal ca. +15°C bis +30°C) angepasst werden. Beim Entfernen von Klebebän­dern sollte die Umgebungstemperatur nicht zu niedrig sein (optimal >5°C), da sich sonst die Klebebänder eventuell schwerer lösen lassen und Rückstände auftreten können.

Sollen Klebebänder bei Umgebungs- oder Untergrundtemperaturen von unter 5°C oder über 40°C (z.B. auf von Sonne erhitztem Metall) verklebt werden, dann sollten spezielle Klebebänder verwendet werden wie z.B. Klebebänder mit Acrylat­klebern bei höheren Temperaturen.


Untergrundbeurteilung

Wie schon erwähnt sind die Wechsel-wirkungen zwischen Klebstoffen, Untergründen und Umweltbedingungen sehr komplex, da es eine große Zahl an Kombinationsmöglichkeiten gibt. In den Fällen, in der die Klebkraft des verwende­ten Klebebandes höher als die Haftfes­tigkeit des Untergrundes ist, kann es zu Abrissschäden kommen. Von daher sollte vor der Verklebung eine Beurteilung des Untergrundes bezüglich dessen Haftfes­tigkeit vorgenommen werden. Hierzu sind folgende Prüfungen üblich:

  • Augenschein
  • Wischprobe
  • Kratzprobe
  • Klebebandabrissprobe / Testverklebung

Die Testverklebung hat sich in der Praxis als sehr wirkungsvoll erwiesen. Bei der Testverklebung wird ein stärker kleben­des Band als das vorgesehene Klebeband auf dem zu schützenden Untergrund an­gebracht (Klebeband von ca. 10 cm Länge fest andrücken) und ruckartig abgerissen. Falls es zu keinen Abrissschäden am Untergrund kommt kann das schwächer klebende Band eingesetzt werden.

Bei nicht sicher zu beurteilenden Unter­gründen, z.B. bei Verwitterung, sollte eine Probeverklebung über einen längeren Zeitraum (mindestens 24 Stunden) vor der endgültigen Verklebung durchgeführt werden, um die klebespezifischen Eigen­schaften (zunehmende Krafterhöhung des Klebers) sicher abschätzen zu können.

Falls es bei diesem Langzeittest zu Ab­rissschäden am Untergrund kommt sollte ein schwächer klebendes Band verwendet werden.

Neben der Testverklebung sollten die nachfolgenden Punkte beachtet werden.

Verklebungen auf Glas

Falls bei der Verklebung von Glas die Klebefläche direkt der Sonnenbestrahlung ausgesetzt wird (z.B. Klebebänder, die innen auf eine Glasscheibe aufgeklebt werden), sind Klebebänder mit UV-be­ständigem Acrylatkleber einzusetzen.

Verklebungen auf Holz

Bei unbeschichtetem oder beschichtetem Holz sollten Klebebänder verwendet wer­den, die eine möglichst geringe Klebkraft aufweisen. Die Klebebänder sollten lang­sam schräg abgezogen werden, um einen Ausriss des Holzes oder der Beschichtung zu vermeiden. Ggf. sollte bei mecha­nischen Belastungen ein zusätzliches Klebeband, z.B. PVC-Klebeband auf das schwächer klebende Klebeband aufge­bracht werden (doppelte Abklebung).

Verklebungen auf Kunststoff

Bei Kunststoffen ist zu unterscheiden, ob diese neu oder alt bzw. verwittert sind. Erfahrungsgemäß haben sich verwitterte Kunststoffe, aufgrund von Abbaupro­dukten aus dem Kunststoff, als kritische Untergründe zur Verklebung erwiesen.

Bei Kunststoffoberflächen ist in seltenen Fällen eine Weichmacher-Wanderung zwischen Klebeband und Kunststoff mög­lich, die eine Verfärbung des Kunststoffes verursachen kann.

Grundsätzlich wird daher empfohlen, Kunststoffe nur kurzzeitig abzukleben. Des Weiteren empfehlen wir auf solchen Untergründen unser weichmacherbestän­diges PE-Schutzband Kip 319 einzusetzen.

Ein weiteres Problem kann die Ober­flächenveränderung an verwitterten Kunststoffen sein. Die verwitterte Schicht kann durch den Klebebandabzug abgelöst werden. Dadurch kann sich eine farbliche Veränderung der Oberfläche ergeben.

Farbliche Veränderungen können verein­zelt auch auftreten, wenn verwitterte oder neue Kunststoffoberflächen ganzflächig abgeklebt werden, da es unter eventu­ellen Blasen zu unterschiedlichen Oberflä­chenreaktionen kommen kann.

Eine optische Angleichung der übrigen Flächen kann durch die nachträgliche Reinigung mit hierfür geeigneten Reini­gungsmitteln erfolgen.

Verklebungen auf Metall

Bei unbeschichteten Metallen (z.B. Zink, Titanzink, Kupfer) kann es durch Schutz­maßnahmen zu Kondenswasserbildung und dadurch zur Korrosion kommen. Um dem vorzubeugen sollte kurzfristig oder vollflächig abgeklebt werden. In diesem Zusammenhang sollte beachtet werden, dass vollflächiges Abkleben mit Schutz­folien auch zu Problemen führen kann, wenn nicht vollständig blasenfrei verklebt wird, da es unter eventuellen Blasen zu Korrosionserscheinungen kommen kann.

Alle Metallflächen unterliegen einer natürlichen Oxidation / Alterung. Werden Metalle abgeklebt, so ist die Oxidation / Alterung in diesen Teilflächen reduziert. Dies kann nach der Klebebandentfer­nung zu einem unterschiedlich optischen Erscheinungsbild führen, welches nicht zu verhindern ist. Eine optische Anglei­chung erfolgt je nach Metallart innerhalb kürzerer Zeitdauer (Monate).

Wie an anderer Stelle aufgeführt, sollten bei Verklebungen auf Metall auch die Oberflächentemperaturen bei der Klebebandwahl berücksichtigt werden (z.B. Abkleben von südlich ausgerichteten Zinkverkleidungen im Sommer).

Verklebungen auf Naturstein

Erfahrungsgemäß haben sich Natursteine als kritische Untergründe zur Verklebung erwiesen, da dort schon nach kurzfristigen Verklebungen Verfärbungen im Bereich des Klebebandes auftreten können. Die als „Steinband“ bezeichneten Klebebänder eignen sich trotz ihres Namens nicht für Naturstein, sondern für den Einsatz auf z.B. Beton oder Putz. Zum Schutz von Naturstein empfehlen wir unsere Abdeck-folie KipGrip 356, deren Haftkraft auf sta-tischer Aufladung beruht (klebemittelfrei). Im Außenbereich oder bei starker Bean-spruchung sollte die KipGrip Folie noch zusätzlich mit Klebebandstreifen fixiert werden, wobei darauf zu achten ist, dass diese nicht am Naturstein befestigt werden.

Verklebungen auf Putzen

Bei strukturierten rauen Putzoberflächen sollten Klebebänder mit höherer Klebkraft verwendet werden, die sich den Konturen des Untergrundes anpassen. Hier kann besonders unser Steinband Kip 326 emp­fohlen werden, welches sehr anschmieg­sam ist und eine hohe Klebkraft besitzt.

Bei glatten oder gefilzten Putzen können Klebebänder mit geringerer Klebkraft verwendet werden. Das Trägermaterial ist entsprechend der später auszuführenden Arbeit auszuwählen. Zum Absetzen von verschiedenen Farben oder mehrmaligem Beschichten empfehlen wir FineLine-Ge­webeband Kip 380, da es scharfe Kanten ermöglicht bei einem gleichzeitig stabilen Träger (kein Einreißen des Bandes beim Entfernen).

Verklebungen auf Beschichtungen

Sollen Beschichtungen abgeklebt werden, so muss sichergestellt werden, dass die Haftfestigkeit der Beschichtung zum Untergrund höher ist als die Klebkraft des Klebebandes zur Beschichtung. Ansonsten kann es zu Beschädigungen der Beschichtung kommen (Ablösungen, Verfärbungen etc.). Von daher empfehlen wir eine vorherige Testverklebung, um das geeignete Klebe­band zu ermitteln.

Des Weiteren ist darauf zu achten, dass Lacke vor dem partiellen oder vollflächi­gen Abkleben vollständig ausgedünstet haben, da es ansonsten zu Verfärbungen oder Lackablösungen kommen kann.

Verklebungen auf Wandbelägen, Papier, Textilien

Bei Wandbelägen wie Tapeten oder Texti-lien sollten Klebebänder verwendet wer­den, die eine möglichst geringe Klebkraft aufweisen, wie z.B. unser Tapetenband Kip 309 Washi.